Verkürzung der Schonzeit von Rehwild im Landkreis Pfaffenhofen

Information des Landratsamtes Pfaffenhofen am 31.03.2022:

Es wurde Klage gegen die Allgemeinverfügung vom 29.03.2022 eingereicht. Das Landratsamt Pfaffenhofen prüft die Angelegenheit. Bis zur Klärung ist der Abschuss von Rehwild nicht gestattet.

Wir bitten, die Jagdpächter zu informieren.

 

Zur Veröffentlichung im Amtsblatt:

Das Landratsamt Pfaffenhofen erlässt die folgende 

„Allgemeinverfügung zur Verkürzung der Schonzeit von Rehwild im Landkreis Pfaffenhofen“:

 

 

  1. Die Schonzeit für Jährlingsböcke und Schmalrehe wird für die Gebiete der Hegegemeinschaften Oberes Ilmtal und Pfaffenhofen im Zeitraum von einschließlich 01.04.2022 bis einschließlich 30.04.2022 aufgehoben.
  2. Die Allgemeinverfügung gilt ab dem Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt.

 

 I.

Die Wildschadensituation, die durch Verbiss- und Fegeschäden von Rehwild entsteht, insbesondere die Schäden an der Naturverjüngung in den Wäldern, ist in den Gebieten der Hegegemeinschaften Oberes Ilmtal und Pfaffenhofen dauerhaft zu hoch. Dies geht unter anderem aus den forstlichen

Gutachten des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten hervor. Die reine Erhöhung der Abschusszahlen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht als ausreichend wirksam erwiesen, um dauerhaft tragbare, oder gar günstige Verbisssituationen zu erreichen. Die Verkürzung der Schonzeit trägt zur Verringerung künftiger Schäden bei.

 

II.

  1. Das Landratsamt Pfaffenhofen ist gemäß Art. 52 Abs. 3 Bayerisches Jagdgesetz (BayJG) i.V.m. Art. 3 des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes (BayVwVfG) zum Erlass dieses Bescheides sachlich und örtlich zuständig.
  2. Die Aufhebung der Schonzeit stützt sich auf Art. 33 Abs. 5 Nr. 2 i.V.m. Abs. 3 Nr. 1 Bayerisches Jagdgesetz (BayJG). Danach kann die Jagdbehörde durch Einzelanordnung zur Vermeidung übermäßigen Wildschadens die Schonzeiten aufheben.
    Dies ist hier der Fall. Die Aufhebung ist erforderlich, um die Möglichkeiten einer Verbesserung der Wildschadenssituation zu ermöglichen. Die bereits im April auftretenden Schäden, insbesondere im Wald und in Sonderkulturen wie Hopfen, können durch die frühere Bejagungsmöglichkeit von Jährlingsböcken und Schmalrehen verringert werden. Um dem Gebot der Erforderlichkeit auch unter dem Gesichtspunkt, dass eine Maßnahme nicht über das zur Erreichung ihres Zwecks notwendige Maß hinausgehen darf, gerecht zur werden, beschränkt sich die Aufhebung der Schonzeit auf Jährlinge und Schmalrehe. Damit wird insbesondere erreicht, dass tragende oder führende Geißen nicht geschossen werden. Ältere Böcke haben in dieser Zeit in der Regel bereits verfegt. Die Allgemeinverfügung ist damit zur Erfüllung des Zweckes erforderlich, geeignet und angemessen.

 

Rechtsbehelfsbelehrung:

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe Klage erhoben werden bei dem 
Bayerischen Verwaltungsgericht München 
Postfachanschrift: Postfach 20 05 43,
80005 München 
Hausanschrift: Bayerstr. 30, 80335 München 

 

Hinweise zur Rechtsbehelfsbelehrung:

Die Einlegung des Rechtsbehelfs ist schriftlich, zur Niederschrift oder elektronisch in einer für den Schriftformersatz zugelassenen Form möglich. Die Einlegung eines Rechtsbehelfs per einfacher EMail ist nicht zugelassen und entfaltet keine rechtlichen Wirkungen! Ab 01.01.2022 muss der in § 55d VwGO genannte Personenkreis Klagen grundsätzlich elektronisch einreichen. Kraft Bundesrechts wird in Prozessverfahren vor den Verwaltungsgerichten infolge der Klageerhebung eine Verfahrensgebühr fällig.

 

Pfaffenhofen a.d. Ilm, 29.03.2022

 

 

 

Albert Gürtner

Landrat